Knoch’s Kurhaus Woltersdorfer Schleuse (1896 - 1926)

1896 begann die Geschichte mit Knochs Kurhaus auf dem Sandberg der Woltersdorfer Halbinsel. Den Erholungssuchenden und Patienten wurden besonders Luft- und Badekuren angeboten. Das erste Gebäude mit zehn Räumen (heute das Blecher - Haus) hat Hans Knoch gekauft. Ein weiteres baute er 1899. Durch den stattlichen Mittelbau wurden beide Häuser 1910 miteinander verbunden. Gleichzeitig entstanden am Hang die sogenannten Lufthütten zur Luftbehandlung. Das nach und nach erworbene Land ließ Hans Knoch parkähnlich gestalten. Die wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem ersten Weltkrieg zwangen ihn allerdings, das „Sanatorium Woltersdorfer Schleuse“ aufzugeben.



EC - Bundeshaus (1926 - 1945)

Der stetig wachsende Deutsche Jugendbund EC plante gerade in Friedrichshagen den Bau einer neuen Bundeszentrale. Da wurde ihm das „Sanatorium Woltersdorfer Schleuse“ zum Kauf angeboten. Nur mit einer Verschuldung war die Übernahme möglich. Die drückende Schuldenlast konnte aber 1934 durch eine außergewöhnliche Spendenaktion (10,- RM pro Mitglied) getilgt werden. In diesem Gebäude wurden Büroräume für die EC – Arbeit, Wohnungen für Mitarbeiter und Gästezimmer für Erholungssuchende eingerichtet. Auf Wunsch konnten sich die Gäste auch medizinisch behandeln lassen und Luft-, Licht- und Badekuren in Anspruch nehmen. Die Lufthütten wurden nur in der warmen Jahreszeit durch Gäste belegt.  Ein EC – Verlag und eine EC – Buchhandlung entstanden.



EC-Krankenhaus (seit 1946)

1946 Offizielle Registrierung als Evangelisches Krankenhaus
1953 Lizenzierung als Krankenhaus
Das evangelische Krankenhaus profilierte die Fachbereiche Chirurgie, Innere Medizin und vorübergehend auch Gynäkologie. Ein Anbau schuf die Voraussetzungen für einen neuen Operationssaal.
Heute ist das Evangelische Krankenhaus „Gottesfriede“ Woltersdorf eine Klinik für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Geriatrie. Neu erbaut wurden die geriatrische Tagesklinik (1994, aufgestockt 1996) und das moderne Bettenhaus (2001).



Verband zur Pflege tätigen Christentums (1945 - 1991)

Der Deutsche EC – Verband wurde, wie andere Jugendverbände in der sowjetischen Besatzungszone nicht mehr zugelassen. Deshalb sind die EC – Jugendbünde 1952 in die Gemeinschaftsverbände integriert worden. Das Haus blieb Ort der Begegnung. Die gesamte Einrichtung wurde als „Verband zur Pflege tätigen Christentums“ weitergeführt. Hilfreich erwies sich der Anschluss an die Innere Mission (Diakonisches Werk).



EC – "Haus Gottesfriede" (seit 01.10.1991)

Am 01.10.1991 konnte der Deutsche Jugendverband "Entschieden für Christus (EC)" e.V. das Anwesen „Haus Gottesfriede“ wieder übernehmen.



80 Jahre: Geschichte kurz gefasst


1896

Bau eines Sanatoriums mit Park auf dem Gelände an der Schleusenstraße

07.04. 1926

Erwerb des Sanatoriums durch den Deutschen EC Verband

April 1926

Leitung des Hauses: Bundesdirektor Pfarrer Gustav Schürmann (bis 1937) und
        Generalsekretär Prediger Paul Stolpmann (bis 1948)

Juni 1926

Nutzung als Bundeshaus.
Träger: "Deutscher Verband des Jugendbundes für entschiedenes Christentum e.V.“

 

1931

Hausmutter: Dienstantritt von Schwester Marie Goehle vom Diakonissenmutterhaus Kinderheil
     als Hausmutter/Oberin (bis 31.12.1952)

1938

Satzungsänderung u.a. Änderung des Trägernamens in:
"Deutscher Verband für Entschiedenes Christentum e.V."

29.08.1939

Das Bundeshaus wird als Hilfskrankenhaus vorgesehen und beschlagnahmt
(Schreiben des Landrates Niederbarnim)

01.09.1939

Anordnung: Das Bundeshaus ist bis 02.09. 1939 – 12:00 Uhr zu räumen.
     Betr. Hilfslazarett. Personal bleibt im Haus!

31.10.1939

Das Bundeshaus wird nicht mehr als Hilfskrankenhaus benötigt. Es kann wieder als Erholungsheim betrieben werden. Die Beschlagnahmung bleibt bestehen.

 

07.08.1941

30 Krankenbetten im Bundeshaus sind für Hilfskrankenhaus Rüdersdorf bereit zu stellen. Dafür gibt es pro Bett und Tag 1,00 M (vom 01.06.-30.09. 1941)

01.03.1942

Als Reserve-Lazarett mit 45 Betten und Nebenräumen genutzt. Dafür wird pro Tag und Bett 1,90 M von der Wehrkreisverwaltung an den EC gezahlt.

bis 1945

Hilfskrankenhaus und Lazarett

1945-1953

Beseitigung der Kriegs- und Bombenschäden im Haus und Gelände

ab 1946

„Evangelisches Krankenhaus Woltersdorf“ genannt.

ab 1948

Bezeichnung „Haus Gottesfriede“ ( bis dahin „EC-Bundeshaus)

1948

Leitung des Hauses: Dienstantritt von Missionsinspektor  Heinrich Kamphausen
          (bis 31.12.1952)

 

15.07.1950

Neue Satzung mit Änderung des Trägernamens in:
"Verband zur Pflege tätigen Christentums e.V. Haus Gottesfriede"

01.01.1953

Leitung des Hauses: Dienstantritt von Prediger Erich Michael (bis 31.08.1954)

01.01.1953

Hausmutter: Dienstantritt von Schwester Wally Franke vom Diakonissenmutterhaus Aue
     (bis 31.12.1970)

1954

In der 4. Etage werden 7 neue Zimmer für Schwestern und Personal geschaffen

01.09.1954

Leitung des Hauses: Dienstantritt von Prediger Johannes Gündel (bis 31.12.1975)

1956

Pferdestall/Morgensonne mit Zuschuss der Jugendkamer von 8.000 M ausgebaut.
Die Morgensonne wurde von 1956-58 für Vierteljahreskurse im Winterhalbjhr genutzt (Laienzurüstung in Verbindung mit Gandau Ost)

 

1962

Die obere Lufthüttenreihe wurde ausgebaut
Alle Dächer und Dachrinnen aller Häuser gründlich überholt
Sanitäranlagen ständig verbessert

1964

Neues Gewächshaus und andere Sanierungen auf dem Gelände
Verbesserungen der Lufthütten in der 2. und 3. Reihe

1968-1970

Neuaufbau des Nordflügels
Erneuerung der Heizung und Heizkessel
Abputz „Haus Dora“ - Viele Malerarbeiten in den Häusern
Erstellung eines Rohrleitungskanals für Elektoleitungen im Haupthaus (30m)

 

01.01.1971

Hausmutter: Dienstantritt von Schwester Erna Ring vom Diakonissenmutterhaus Aue
     (bis 01.10.1984)

1972-1975

Neuer OP mit Aufstockung für Intensivstation und Wohnungen Steinbeck/Kronshage

1975

Abriß der alten Veranda am Eßsaal
Neuaufbau an Stelle der Veranda: Freizeitküche und Gruppenräume/Sanitäranlagen

01.02.1976

Leitung des Hauses: Dienstantritt von Pfarrer Dr. Lange (bis 31.08.1991)

29.04.1976

Erneute Satzungsänderung: Anpassungen nach der Vereinigungsordnung der DDR

1977-1978

Neuer Aufzug gebaut
Ständiges Baugeschehen im Krankenhaus mit Maurer- und Malerarbeiten bei voller Belegung des Hauses

1978-1980

Planung und Bau des Mitarbeiterhauses (östlich Oase/Sportfeld)
Lückenschließung zwischen Mittelbau und Südbau des Hauptgebäudes
Planung und Bau des Schwesternhauses (östlich Oase/Sportfeld an Schleusenstr.)

1978-1984

Vorbereitung, Planung und Bau des Theodor-Christlieb-Hauses
(Sonderbauprogramm des Bundes der Evangelischen Kirche mit Mitteln von Kirche, Innere Mission, EC und Gnadauer Verband)

 

26.04.1984

Kauf erster Computer für Krankenhaus Woltersdorf
(Epson QX10 - mit 10MB-Festplatte)

01.07.1984

Einweihung Christlieb-Haus anläßlich des 58. Jahresfestes von „Haus Gottesfriede“

15.10.1984

Hausmutter: Dienstantritt von Schwester Christa Groß vom Diakonissenmutterhaus Elbingerode
     (bis 15.06. 1997)

15.02. 1985

Einfuhr des Computers Epson QX10 für das Krankenhaus - wegen angeblicher "HightTech-Komponenten" war die Einfuhrgenehmigung nicht früher erteilt worden.

1987 - 1988

Renovierung des großen Saales (Eßsaal)

 

01.08.1992

Leitung des Hauses; Dienstantritt von Prediger Günter Neumann (bis 31.12.2005)

01.08.1992

Leitung BuB: Dienstantritt von Siegfried Eckstein

09.06.1997

Hausmutter: Dienstantritt von Schwester Regina Woitow vom Diakonissenmutterhaus Elbingerode
     (bis 31.03. 1999)

25.06.1999

Krankenhaus: Erster Spatenstich für Neubau Krankenhaus unter Beteiligung von Dr. Regine 
     Hildebrandt

 

01.03.2000

Hauswirtschaftsleitung BuB: Dienstantritt von Karin Gottschalk

07.09.2001

Krankenhaus: Einweihung Neubau

28.09.2001

BuB: Richtfest     Neubau Eingangsbereich

15.02.2002 

 BuB: Einweihung Neubau Eingangsbereich

12.02.2004

 BuB Küche: Fertigstellung der eigenen Küche - bisher erfolgte die Warmverpflegung
                   über die Krankenhausküche

01.11.2007

Leitung BuB: Dienstantritt von Michael Herwig

Zusammenstellung: G. u. J. Blumrich aus Unterlagen  EC-Archiv, Kassel, im August 1995
Ergänzungen: Heinz Bott, aus Rundbriefen, Protokollen u.a., 2006-2007